Viele kennen diese Passage und man wendet sie sehr gerne auf die Gemeindezeit an bzw. auf einen von neuem Geborenen Christen. Die Jungfrauen von Matthäus 25 die etwas Öl verloren haben, möchte man als Beweismittel nehmen, dass man den Heiligen Geist verlieren kann und somit verloren geht.

Es ist dieser Text den einigen Christen schwer zu schaffen macht und die sie dazu führt, ernsthaft an ihrer Bekehrung zu zweifeln. Interessanterweise wird aber überhaupt nicht gesagt, wie man dann diesen Heiligen Geist verlieren kann. Aber dazu mehr später.

Der Angriff auf die ewige Sicherheit oder dem ewigen Leben eines Christen wird immer heftiger. Eines der grössten Angriffe sind die Jungfrauen von Matthäus 25. Es ist verwunderlich, dass die Christen selber das grösste Geschenk angreifen, indem sie irgendwie verfallen, dass ein Mensch Glaube und Werke braucht um ewiges Leben zu bekommen.

Die besagte Stelle in Matthäus 25,1-13

Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Öl mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen.

Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öle; denn unsere Lampen verlöschen! Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche.

Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst! Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit.

Und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: HERR, HERR, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.

Diese ominöse Stelle ist Hindernis für die Christen heute, an die ewige Sicherheit zu glauben. Die Jungfrauen von Matthäus 25 bringen also einen Christen zu fall?

1. Der Text spricht von Jungfrauen in der Mehrzahl

Das ist ein ganz einfacher Punkt aber so extrem wichtig. Der Leib Christi ist zwar auch eine Jungfrau, aber sie ist immer in der Bibel als „Einzahl“ genannt und niemals in der Mehrzahl!

Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer. Denn ich habe euch vertrauet einem Manne, daß ich eine reine Jungfrau Christo zubrächte. – 2. Korinther 11,2

Dieser Text zeigt deutlich, dass der Leib Christi EINE Jungfrau ist. Die Bibel spricht immer nur von EINEM Leib Christi oder EINER Gemeinde. Das sehen wir in Eph. 5,23: „Christus das Haupt ist der Gemeinde…“. Die Bibel weist auf den Leib Christi niemals als JungfrauEN hin.

Manche nennen das nur eine kleine technische Feinheit. Das ist keine technische Feinheit, dass ist ganz einfach etwas ganz anderes. Man kann nicht einfach eine Stelle in Gottes Wort nehmen, dann nicht einmal als guter Student in den richtigen Zusammenhang bringen und dann noch denken, dass man zur Erkenntnis der Wahrheit kommt.

Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung. – Epheser 4,4

Die Tatsache ist, dass der Leib Christi EIN Leib ist und nicht mehrere. Die Bibel gibt also absolut keinen einzigen Hinweis darauf, dass die Braut von Jesus Christus jemals in der Mehrzahl vorkommt! Wir sind Glieder von diesem EINEN Leib (1. Kor. 12), aber es ist immer noch ein Leib.

Der vorsichtige Student des Herrn wird gemerkt haben, dass diese Jungfrauen dem Bräutigam entgegen gingen und nicht, dass sie ihn heirateten. Warum nicht? Weil der Bräutigam schon verheiratet ist mit der Braut!

Und seid gleich den Menschen, die auf ihren HERRN warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopft, sie ihm bald auftun. Lukas 12,36

Das ist die Parallelstelle zu diesem Text und sie zeigt deutlich, dass die Eheschliessung bereits vollzogen wurde. Was noch nicht gemacht ist, ist das Hochzeitsmahl.

Was zeigt uns das? Dass die Jungfrauen in Matthäus 25 in der Trübsal sind und auf den Bräutigam warten, dem sie entgegen gehen, damit sie zu der Hochzeit gehen können.

2. Die Jungfrauen der Überrest Israels

Das Öl in der Bibel ein Bild von dem Heiligen Geist ist, da streitet sich eigentlich niemand darüber. Die Bibel sagt klar, dass dies so ist in Lukas 4,18 und Apostelgeschichte 10,38.

Es ist jetzt aber die Frage, wer diese Jungfrauen wirklich sind. Auch hier hat die Bibel einiges darüber zu sagen:

Man führet sie in gestickten Kleidern zum König; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führet man zu dir. – Psalm 45,15

Die Jungfrauen gehen ihr nach. Es ist wie bei der Geschichte zwischen der Königin von Saba und Salomon. Salomon ist ein Bild von dem Herrn Jesus Christus und die Braut in Hohelied ist ein Bild von der neudtestamentlichen Gemeinde, dem Leib Christi!

Daß man deine gute Salbe rieche. Dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Mägde. – Hohelied 1,3

**Sechzig ist der Königinnen und achtzig der Kebsweiber, und der Jungfrauen ist keine Zahl. – Hohelied 6,8

Wir sehen hier ganz schön, dass die Jungfrauen auch Mägde genannt werden und die wiederum folgen der Königin. Das haben wir bereits festgestellt ist die Gemeinde von Epheser 5.

Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren HERRN warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopft, sie ihm bald auftun. Selig sind die Knechte, die der HERR, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufschürzen und wird sie zu Tisch setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen. – Lukas 12,35-37

Was sind das jetzt für Jungfrauen? Es sind Trübsalheilige die auf den Herrn warten in der Trübsal.

Die Trübsalheiligen warten auch auf eine Entrückung

Was viele oftmals nicht verstehen, ist dass die Menschen in der Trübsal auch auf eine Entrückung warten (dies kann hier nachgelesen werden bzw. hier angesehen werden).

Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels zu dem andern. An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis. Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter gewinnet, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch, wenn ihr das alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe. – Matthäus 24,30-34

Der wahre Student von Gottes Wort wird merken, dass dies nicht die gleiche Entrückung ist wie in 1. Thessalonicher 4. Darauf warten die Jungfrauen aber in der Trübsal. Als Randnotiz muss bemerkt werden, dass ein Mensch in der Trübsal errettet wird, indem er bis ans Ende aushaltet und den Glauben an Jesus Christus bewahrt. Ein Mensch in der Trübsal darf keine geistige Hurerei (Hos. 4,11-12; Hos. 10,1-2; Lk. 12,45).

Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. – Matthäus 24,22

Was sind das für Menschen? Die gleichen Menschen wie in Matthäus 25. Es ist der Überrest von dem Hause Israel. Menschen die das Öl haben und es nicht verlieren und die auf den Herrn warten und auf die Hochzeit (oder das Mahl wie in Offb. 19,9 beschrieben ist).

Die Jungfrauen von Matthäus 25 sind die Auserwählten 144.000

Eine andere Möglichkeit ist, dass diese weisen Jungfrauen die 144.000 sind, die probieren den Menschen das Evangelium von dem Reich zu verkündigen.

Und ich sah ein Lamm stehen auf dem Berge Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die hatten den Namen seines Vaters geschrieben an ihrer Stirn. Und hörete eine Stimme vom Himmel als eines großen Wassers und wie eine Stimme eines großen Donners; und die Stimme, die ich hörete, war als der Harfenspieler, die auf ihren Harfen spielen. Und sangen wie ein neu Lied vor dem Stuhl und vor den vier Tieren und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen ohne die hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde. Diese sind’s, die mit Weibern nicht befleckt sind; denn sie sind Jungfrauen und folgen dem Lamm nach, wo es hingehet. Diese sind erkauft aus den Menschen zu Erstlingen Gott und dem Lamm. Und in ihrem Munde ist kein Falsches funden; denn sie sind unsträflich vor dem Stuhl Gottes. – Offenbarung 14,1-5

Diese Jungfrauen folgen dem Lamm (Jesus Christus – der Bräutigam) hinterher. Sie sind nicht die Braut, aber sie folgen dem Lamm nach. Das ist die einzige Stelle, wo jemand JungfrauEN genannt wird und das sind diese 144.000.

Die törichten Jungfrauen wären demnach die Menschen die nicht hören, auf die Wahrheit die gepredigt wird und demnach verloren sind und nicht in die Herrlichkeit eingehen.

3. Das Himmelreich als Zusammenhang

Ein ganz wichtiger Punkt, was viele Menschen vergessen, ist dass es hier um das Himmelreich geht. (wurde hier beschrieben)

Das Himmelreich ist ein buchstäbliches, sichtbares Reich mit einem sichtbaren totalitären König der regiert für 1000 Jahre und in alle Ewigkeit. Was ist der Vorläufer von diesem Reich? Natürlich die Trübsal.

In der Gemeindezeit jedoch, geht niemand in das Reich Gottes hinein! Warum nicht? Weil das Reich Gottes ist ein unsichtbares Reich, wo ein Mensch hineingeht, indem er von neuem Geboren wird.

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste. – Römer 14,17

Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. – Johannes 3,3

Man sieht also, dass die Stelle in Matthäus 25 überhaupt nichts zu tun haben kann, mit der Gemeinde. Wir warten nicht auf ein Reich, sondern auf die Entrückung (1. Kor. 15).

Das Himmelreich wird interessanterweise nur in Matthäus beschrieben. Warum ist das so interessant? Weil dort der Herr Jesus Christus als König beschrieben wird. Ein König wo die Juden warten.

Schlussfolgerung

Im Endeffekt sollte man also sehen, dass diese Jungfrauen von Matthäus 25, Trübsalheilige sind bzw. Menschen die die Wahrheit ablehnen und nicht ausharren bis ans Ende und bis ans Ende wachen.

Der Unterschied ist gewaltig. In der Trübsal muss man seinen eigenen Glauben und seine eigenen Werke haben. In der Gemeindezeit jedoch bekommt man den Glauben von Jesus Christus und seine Gerechtigkeit und der Herr Jesus Christus hat bereits für uns über

Kindlein, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer, denn der in der Welt ist. – 1. Johannes 4,4

Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. – 1. Johannes 5,4

Die Tatsache ist, dass jeder Mensch der heute lebt und den Herrn Jesus Christus aufgenommen hat, bereits überwunden hat!